Demokratieversuche der Frauenbewegung im Iran

Montag, 13. April 2015 - 19:00

Vortrag und Diskussion mit Mahsa Abdolzadeh

Ort: Frauenbildungsstätte Frauenhetz (1030, Untere Weißgerberstr. 31)

Mahsa Abdolzadeh schreibt über die Entstehung und Entwicklung der Frauenbewegungen in ihrer Heimat, dem Iran, und erklärt die Probleme, die sich durch politische und gesellschaftliche Veränderungen ergeben haben. Die iranischen Emanzipationsbewegungen entstehen zu einem Zeitpunkt, zu dem es auch in Europa und Amerika ähnliche Bewegungen gegeben hat. Der Beginn der Iranischen Frauenbewegung ist untrennbar mit der Konstitutionellen Revolution (1905–1911) verbunden. Diese ist eines der wichtigsten politischen und sozialen Ereignisse des 20. Jahrhunderts im Iran. Die Frauenbewegungen hatten einen wichtigen Anteil an diesem langjährigen Prozess. Politisch abhängige wie unabhängige Frauenorganisationen waren nicht nur im Hintergrund beteiligt, sondern stellten einen ausschlaggebenden Bestandteil dieses Ereignisses dar, was durch ein Forcieren des Demokratieprozesses im Iran möglich wurde. In der Islamischen Revolution (1979) hingegen haben die iranischen Frauen viele hart erworbene Rechte wieder verloren und das Wesen der Demokratie wurde seither zunehmend verfremdet. Trotz der Repressalien der letzten Jahrzehnte ist der Begriff der Emanzipation für Iranerinnen nicht in Vergessenheit geraten, sondern blieb mehr denn je in ihrem Bewusstsein verankert.

Mahsa Abdolzadeh ist Im Iran geboren und aufgewachsen, lebt seit 2005 in Österreich und hat an der Uni Wien Politikwissenschaft studiert