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Frauenring: Förderabsage vom Sozialministerium

Dienstag, 7. August 2018 - 12:45

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) hat vom Sozialministerium eine Absage der Förderung für die „Kampagnenarbeit - Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz“ erhalten. "Ein weiterer Schlag für unsere Arbeit, die Existenz unseres Dachverbandes und ein Mittel, um uns mundtot zu machen", kommentiert Klaudia Frieben, Vorsitzende des ÖFR.

 

Frauenring: Türkis-Blau schafft die Frauenpolitik ab

Samstag, 4. August 2018 - 12:30

Die Ankündigung des Frauenministeriums, die Förderungen der Frauenvereine für 2019 nochmals rigoros zu kürzen, ist für die Vorsitzende des österr. Frauenringes, Klaudia Frieben, skandalös - es bedeutet wahrscheinlich das Ende vieler Initiativen und Vereine.

„Ich fordere die Frauenministerin auf, sich endlich ihrer Funktion bewusst zu werden und für Frauenrechte einzutreten und nicht denjenigen, die sie vertreten muss, permanent zu schaden“, so Frieben zornig. „Kämpfen Sie endlich für mehr Mittel, beginnen Sie Frauenpolitik zu verstehen und spielen Sie die unterschiedlichen Vereine und Organisationen nicht gegeneinander aus!"

Frauenring kritisiert massive Kürzungen bei Frauenorganisationen

Dienstag, 17. Juli 2018 - 12:15

Frauenorganisationen und -projekte leisten in Österreich seit Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit – etwa im Bereich Bildung, Gewaltprävention, Empowerment von Frauen, Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung. Bei den bisher bewilligten Förderungen hat die Regierung nun massiv gekürzt oder Förderungen sogar gänzlich gestrichen. Rund 700.000 Euro weniger als 2017 stehen dem Ressort von Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß zur Verfügung, zahlreiche Frauenorganisationen und -projekte sind betroffen. „Das Frauenressort ist seit jeher unterdotiert – und die Regierung kürzt auf dem Rücken von Frauen noch weiter. Für viele Organisationen ist die Situation existenzbedrohend“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR).

„Wieder andere Organisationen haben Mitte Juli noch immer keinen Förderbescheid bekommen und müssen Personalkosten seit Anfang Jänner vorfinanzieren. Das ist eine unerträgliche Situation“, so Frieben.

Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, hat sich der ÖFR heute in einem offenen Brief an die Regierung, den Bundespräsidenten und die Nationalratsabgeordneten gewandt und fordert die Regierung auf, die beantragten Gelder unverzüglich auszuzahlen und die Einrichtungen finanziell und rechtlich abzusichern. Der Brief ist auf der Website des Frauenrings zu finden.

„Österreich kommt bei der Gleichstellung von Frauen und Männern seit Jahren im internationalen Vergleich nicht vom Fleck. Organisationen die Mittel zu streichen, die für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen einen entscheidenden Beitrag leisten, ist politisch unverantwortlich“, so Frieben.

 

 

Offener Brief an die österreichische Bundesregierung

Dienstag, 17. Juli 2018 - 12:00

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Sebastian Kurz!

Sehr geehrter Herr Vizekanzler Heinz-Christian Strache!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Dr.in Juliane Bogner-Strauß!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Mag.a Beate Hartinger-Klein!

Sehr geehrter Herr Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, Mag. Gernot Blümel, MBA!

Sehr geehrter Herr Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Univ.-Prof. Heinz Faßmann!

Sehr geehrter Herr Bundesminister für Finanzen, Hartwig Löger!

In Ihrem Regierungsprogramm betonen Sie vielfach die Wichtigkeit und Bedeutung der Familien und Kinder, Sie betonen, wie sehr Ihnen Familien am Herzen liegen und wie sehr Sie Familien unterstützen wollen und werden.

Frauen sind die Mehrheit in der Bevölkerung, gleichberechtigte Bürgerinnen, Steuerzahlerinnen und Wählerinnen.

Frauen sind Teil der Familie, Kinder sind Teil der Familie, Mütter sind Teil der Familie, alleinerziehende Mütter sind Teil der Familie.

Dennoch lassen Sie es zu, dass heuer die Mittel für Familienberatungsstellen um 4,2% gekürzt werden und damit auch für zahlreiche Frauenberatungsstellen. Viele Familienmitglieder, Eltern, Männer und Frauen, Erziehungsberechtigte, die Hilfe für sich selbst oder für ihre Kinder benötigen, werden vor die Tür gestellt werden und erhalten keine Unterstützung mehr!

Dennoch lassen Sie es zu, dass Frauenorganisationen und Frauenprojekten die bisher bewilligten und angesuchten Förderungen gestrichen oder gekürzt werden!

Dennoch lassen Sie es zu, dass noch immer Informationen über Förderungen aus dem Familienressort fehlen! Es ist bereits Juli und viele Organisationen müssen seit Anfang Jänner Personalkosten vorfinanzieren und wissen nicht, ob ihnen auch diese Förderungen gestrichen werden.

Dennoch lassen Sie es zu, dass viele Frauenorganisationen keine Indexanpassung bei den Förderungen bekommen!

Es handelt sich dabei um Frauenorganisationen, die sich seit Jahrzehnten für Frauenrechte, für Geschlechtergerechtigkeit und die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen.

Es handelt sich dabei um Frauenorganisationen, die seit Jahrzehnten umfangreiche, maßgeschneiderte und bedarfsgerechte Bildungsmaßnahmen für alle Frauen anbieten und speziell für Frauen mit Behinderungen, ältere Frauen, Mädchen, Migrantinnen, asylsuchende Frauen, LGBTIQ-Menschen und Alleinerziehende.

Es handelt sich dabei um Frauenorganisation und -projekte, die seit vielen Jahren Gewaltprävention und Bewusstseinsbildung für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander leisten.

Es handelt sich auch um Fraueneinrichtungen, die Diskriminierung und Benachteiligungen sowie frauenpolitische Errungenschaften medial aufzeigen.

Es handelt sich um Einrichtungen, die sich für Frauen und Männer juristisch und bei Gericht gegen jede Form der Diskriminierung einsetzen. 

Infolge der Kürzungen bzw. der Streichung von Förderungen dieser Organisationen und Projekte sind Bildungsangebote und Medienprojekte stark gefährdet, die für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die uns bisher bekannten von den Kürzungen und Streichungen betroffenen Organisationen setzen auf den Zusammenhang von Bildung, Demokratie, Empowerment, Selbstbewusstsein, Strukturreflexion, gesellschaftspolitisches Engagement, kritische Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung für Unrechtsbewusstsein, emanzipatorische Lebenskonzepte, Solidarität, inter/nationale Vernetzung und letztlich auf Engagement für Frauen- als Menschenrechte und ein gutes Leben für alle.

Mit geringen öffentlichen Fördermitteln wird seit Jahren und Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit für unsere Gesellschaft geleistet.

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) vertritt durch seine Mitgliedsorganisationen geschätzte zwei Millionen Frauen und Mädchen in Österreich. Der Österreichische Frauenring fordert, die beantragten Gelder unverzüglich auszuzahlen und die Einrichtungen finanziell und rechtlich abzusichern und ist für eine Lösung gesprächsbereit.

Wir appellieren an Ihre politische Verantwortung und fordern Sie auf, das Budget für Gleichstellungspolitik und Gewaltprävention dringend um das 21-fache zu erhöhen! Mit einem Budget von 10 Millionen Euro kann diese Arbeit nicht geleistet werden.

Seit 1. Juli 2018 hat Österreich für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Das ist die Chance für Sie, politische Verantwortung zu übernehmen und endlich die Istanbul-Konvention umzusetzen, zu der sich Österreich mit der Ratifizierung 2013 verpflichtet hat. 

Hochachtungsvoll,

im Namen des österreichischen Frauenringes!

Klaudia Frieben

Vorsitzende

 

Untenstehend finden Sie den offenen Brief sowie Antwortschreiben darauf zur Nachlese.

Frauenring: Verbale Gewalt an Frauen im Netz darf nicht straflos bleiben

Freitag, 29. Juni 2018 - 14:30

Die ehemalige Nationalratsabgeordnete Sigrid Maurer (Grüne) wurde in einer Facebook-Nachricht sexuell belästigt und machte das aufgrund der fehlenden Möglichkeit, dagegen juristisch vorzugehen öffentlich – und wird nun vom mutmaßlichen Verfasser der Nachricht wegen übler Nachrede und Kreditschädigung geklagt.

„Hier handelt es sich aus unserer Perspektive um eine massive sexuelle Belästigung im digitalen Raum. Es ist inakzeptabel, dass die belästigten Frauen bestraft werden sollen und die Belästiger einfach davonkommen. Diese Täter-Opfer-Umkehr und diese frauenverachtende Vorgangsweise können und wollen wir nicht akzeptieren!“, so die Frauenring-Vorsitzende Klaudia Frieben.

Der Frauenring sieht hier vor allem die Regierung und die Justiz in der Pflicht, alles zu tun, um Frauen vor verbalen sexistischen Übergriffen und Hass im Netz zu schützen. Bereits bei der Ratifizierung im Jahr 2013 verpflichtete sich Österreich die Istanbul Konvention und den darin enthaltenen Artikel 40 umzusetzen. Dieser besagt, dass auch gegen verbale sexuelle Belästigung Sanktionen vorzusehen sind. Auch Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) hatte gegenüber der Presse bereits betont, dass sie mögliche Konsequenzen rund um obszöne Privatnachrichten in der von der Regierung eingesetzten Task Force zur Verschärfung des Sexualstrafrechts prüfen lassen will.

„Wir fordern daher eine sofortige Verbesserung der rechtlichen Maßnahmen vor allem im Zivilrechtsbereich sowie Fortbildung und Schulungen für RichterInnen und StaatsanwältInnen, um Gewalt im Netz im Sinne der Betroffen zu ahnden", so Frieben.  

 

Frauenring: Nein zum frauenfeindlichen 12-Stunden-Tag

Freitag, 22. Juni 2018 - 10:15

Der Österreichische Frauenring spricht sich klar gegen die Einführung des regulären 12-Stunden-Tags bei einer 60-Stunden-Woche aus. „Dieser Gesetzesentwurf geht in jeder Hinsicht in die falsche Richtung. Lange Arbeitstage machen erwiesenermaßen unproduktiv und krank, von der postulierten Freiwilligkeit kann keine Rede sein, für Beschäftigte in Gleitzeit werden Zuschläge für die 11. und 12. Stunde wegfallen“, sagte Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Als besonders drastisch beurteilt der Frauenring die erwartbaren Auswirkungen auf Frauen. „Noch immer erledigen Frauen in Österreich den Großteil der gesellschaftlich notwendigen, unbezahlten Care-Arbeit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird sich mit dem 12-Stunden-Tag weiter verschlechtern“, so Frieben. Schon jetzt gibt es wenig Angebot an flächendeckenden Kinderbetreuungseinrichtungen, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. Durch überlange Arbeitszeiten könnten Frauen entweder ganz aus dem Berufsleben gedrängt werden oder sehr lange Teilzeitphasen mit wenig Einkommen in Kauf nehmen müssen. Armut und Abhängigkeit wären die Folge.

„Der Frauenring fordert im Sinne der Chancengleichheit seit Jahrzehnten einen flächendeckenden Ausbau von ganztägig geöffneten Kinderbetreuungseinrichtungen. Und angesichts der enormen Produktivitätsgewinne und der ungleichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit wäre eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich dringend notwendig – und gerecht. Die Pläne der Regierung können nur als frauenfeindlich bezeichnet werden“, so Frieben.

In diesem Sinne schließt sich der Österreichische Frauenring der gewerkschaftlich organisierten Demo gegen den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche am 30. Juni (Treffpunkt 14 Uhr, Westbahnhof) an und fordert alle Frauen zur Teilnahme auf.

Österreichischer Frauenring: Klaudia Frieben neue Vorsitzende

Dienstag, 12. Juni 2018 - 9:00

Der Österreichische Frauenring, die Dachorganisation österreichischer Frauenvereine, hat eine neue Vorsitzende: Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende und stv. Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft PRO-GE. Frieben wurde bei der Generalversammlung am 11. Juni zur neuen Vorsitzenden gewählt, sie übernimmt das Amt von Sonja Ablinger, die diese Funktion seit Mai 2015 ausübte.

Die scheidende Vorsitzende Sonja Ablinger freute sich in ihrer Abschlussrede über den Zuwachs in den letzten drei Jahren – der Frauenring konnte viele neue Mitglieder gewinnen. „Darüber bin ich sehr froh. Eine starke frauenpolitische Dachorganisation ist enorm wichtig. Alle Erfolge in der Gleichstellung haben Frauen erkämpft, weil sie sich verbündet haben über Parteigrenzen hinweg und sich nicht disziplinieren ließen. Angesichts der aktuellen Sozialabbau- und Kürzungspolitik der ÖVP-FPÖ-Regierung ist die solidarische, frauenpolitische Bündnisarbeit von zentraler Bedeutung. Wir müssen den Architekten des Sozialabbaus klar machen, dass wir Frauen nicht zusehen, wenn soziale Rechte zu Fürsorge und Almosen verkommen, Solidarität unter Bedingungen gestellt und Frauen wieder zum ‚sozialen Airbag’ der Krisenauswirkungen werden“, sagte Sonja Ablinger.

Die neue Vorsitzende Klaudia Frieben kündigte an, der Frauenring müsse weiterhin eine starke Stimme für jene Frauen sein, die eine starke Stimme brauchen. „Eine starke Stimme für gleiches Geld für gleiche Arbeit, gleiche Chancen am Arbeitsmarkt, ein gewaltfreies Leben sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Privatsphäre, gegen Armut sowohl im Erwerbsleben als auch im Alter, mit dem Ziel eines Lebens in Würde für alle Frauen. Es zeichnet den Frauenring aus, dass für gemeinsame Themen immer ein Konsens gefunden wurde. Das aktuelle, gemeinsame Thema Einkommenstransparenz ist das beste Beispiel – denn faire Einkommen sind der Schlüssel zu einem selbstbestimmten & gleichberechtigten Leben!“, so Frieben.

Klaudia Frieben, geb. 1963 in Wien, war seit 2008 als Bundesfrauensekretärin in der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und danach in der Gewerkschaft PRO-GE tätig. Seit 2014 ist sie Bundesfrauenvorsitzende und stv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE. Seit 2016 ist sie Mitglied des ÖGB-Vorstandes und wurde im April 2018 zur stv. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzenden gewählt.

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) ist die Dachorganisation österreichischer Frauenvereine mit aktuell über 40 Mitgliedsorganisationen. Während der Amtsperiode von Sonja Ablinger ist der Frauenring stark gewachsen: Mehr als zehn neue Organisationen traten der Dachorganisation bei.

Sozialabbau auf dem Rücken von Frauen und Kindern – Frauenring kritisiert Pläne der Regierung zur Mindestsicherung

Mittwoch, 6. Juni 2018 - 0:45

Der Österreichische Frauenring schließt sich der Kritik der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) an: Mit der „Mindestsicherung neu“ werden Alleinerziehenden-Familien noch weiter in die Armut gedrängt. Wie Berechnungen der ÖPA zeigen, rutschen mit dem neuen Modell 152.242 Eltern und Kinder in die absolute Armut. Das trifft österreichische StaatsbürgerInnen, geflüchtete Menschen und subsidiär Schutzberechtigte.

„Die Regierung macht gezielt Stimmung gegen MigrantInnen, um Sozialabbau zu legitimieren. Das hat fatale Folgen für Armutsbetroffene, für die Entwicklungschancen von Kindern und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt“, sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die neue Berechnung der Mindestsicherung wird Alleinerziehende mit mehr als drei Kindern ganz besonders hart treffen, also jene, die besonders oft von Armut betroffen sind. Der Frauenring kämpft gemeinsam mit anderen Organisationen seit vielen Jahren für die soziale Absicherung Alleinerziehender – rund neunzig Prozent von ihnen sind Frauen. „Bei der Unterhaltssicherung hören wir seit Langem nur leere Versprechungen – aber wenn es um Kürzungen bei Alleinerziehenden und deren Kindern geht, kann es der Regierung gar nicht schnell genug gehen. Das ist schlicht beschämend“, sagt Ablinger.

 

Frauenring-Preis 2018 für Kazuko Kurosaki (Aiko), Ingrid Nikolay-Leitner und Nicola Werdenigg

Freitag, 27. April 2018 - 9:30

Der Frauenringpreis wurde Donnerstagabend zum sechsten Mal an drei Frauen verliehen, die sich besonders für die Anliegen von Frauen engagieren und sich im Interesse der Geschlechtergleichstellung verdient gemacht haben. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr Kazuko Kurosaki (Aiko), Tänzerin und Choreografin, Ingrid Nikolay-Leitner, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft und die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg.

Die Verleihung fand diesmal in der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg statt. „Kompetenz, Widerstandskraft und Unbeugsamkeit – dadurch zeichnen sich die Preisträgerinnen des diesjährigen Frauenring-Preises aus. Jede von ihnen fordert auf unterschiedliche Weise das ‚Versprechen der Gleichheit‘ ein. Jede macht das Machtgefälle, die patriarchalen Machtstrukturen zum Thema“, sagte Gastgeber Alexander Van der Bellen.

„Widerstand leisten, klare Formulierungen finden, die Öffentlichkeit mobilisieren, davon nicht abweichen - unter keinen Umständen! Das Prinzip heißt Einmischung“, zitierte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal, als sie die herausragenden Eigenschaften der drei Preisträgerinnen beschrieb und die Entscheidung der Jury für die Frauenpreise 2018 erläuterte.

Kazuko Kurosaki (Aiko) wurde als Mitbegründerin und künstlerische Leiterin von „One Billion Rising Austria“ für ihr besonderes feministisches Engagement im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ausgezeichnet. „Aiko verkörpert einen Feminismus, der undogmatisch, deswegen aber nicht weniger explizit ist. Wenn heute Gerüchte salonfähig sind, feministische Ziele seien erreicht, und ein politischer Backlash in Sachen Frauenbelange auf der Tagesordnung steht, zeigt Aiko mit Aktionen wie wichtig es ist, sich zu verbinden“, sagte Laudatorin Susanne Karr.

Ingrid Nikolay-Leitner wurde für ihre Pionierinnenarbeit als erste Anwältin der Gleichbehandlungsanwaltschaft und ihr andauerndes Engagement für Gleichbehandlungsfragen geehrt. „Ingrid Nikolay-Leitner hat auf nationaler und internationaler Ebene Pionierinnenarbeit im Gleichbehandlungsrecht geleistet“, betonte Laudatorin Sandra Konstatzky.

Nicola Werdenigg erhielt den Frauenring-Preis 2018 in Anerkennung des besonderen feministischen Engagements für eine Beendigung sexueller Gewalt und für die klare Stellungnahme für die Rechte von Opfern sexueller Gewalt. Laudator James Skone würdigte Werdeniggs Mut, Machtmissbrauch zu thematisieren. Werdenigg hat sexuelle Gewalt im ÖSV zum Thema gemacht und damit einen wertvollen Beitrag geleistet, den Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch, Erniedrigung und Tabuisierung und den strukturellen Rahmenbedingungen aufzuzeigen.

Unter den zahlreichen Gästen fanden sich auch die vomaligen SPÖ-Frauenministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Pamela Rendi-Wagner, die ehemalige Bundessprecherin des Liberalen Forums, Heide Schmidt sowie Ewa Dziedzic, Bundesrätin der Grünen, als Gratulantinnen ein.

Fotos: HBF / Lechner

Budget 2018/19: Bei der Gleichstellung wird gekürzt - Frauen als Verliererinnen

Dienstag, 10. April 2018 - 0:45

Der Österreichische Frauenring, der Dachverband österreichischer Frauenvereine, kritisiert anlässlich der laufenden Budgetdebatten im Parlament die Kürzungen im Bereich der Gleichstellungspolitik. Im Budgetausschuss wird am Mittwoch das Budget für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung diskutiert. „Frauen sind die Verliererinnen angesichts eines sozial unausgewogenen Familienbonus, durch Kürzungen bei Frauenberatungsangeboten und Gleichstellungspolitik“, hält Sonja Ablinger, Vorsitzende des Frauenrings, fest.

Der „Familienbonus“ gilt als Prestigeprojekt der Regierung – und entpuppt sich als sozial ungerechte Maßnahme, kritisiert Sonja Ablinger: „Vom Familienbonus profitieren klar Besserverdienende, rund ein Drittel der Kinder wird leer ausgehen – das ist Politik auf dem Rücken der NiedrigverdienerInnen, also überwiegend Frauen. Wir brauchen vielmehr Investitionen in qualitativ hochwertige, flächendeckende Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, in der Familienpolitik setzt die Regierung offensichtlich auf Retropolitik."

Die Kosten für den unausgewogenen Familienbonus betragen rund 1,5 Milliarden Euro, wohingegen das Budget für Frauenpolitik und Gleichstellung auf dem niedrigen Niveau von 10 Millionen Euro bleibt, kritisiert der Frauenring. „Obwohl die Mittel für Gleichstellungspolitik ohnehin schon über Jahre zu gering bemessen sind, wird nun auch noch gekürzt. Von - ohnehin ungenügenden - 10,65 Millionen im Jahr 2017 werden für 2018 und 2019 nur 10,17 Millionen Euro budgetiert“, kritisiert Ablinger. Angesichts der 51 Millionen Euro, die sich Bundeskanzler Kurz als nicht definiertes Sonderbudget für sein Ressort drauflegen lässt, wie das Magazin Profil berichtete, sei die Ausdünnung der bescheidenen Mittel für Frauenagenden besonders unverständlich. „Eine Erhöhung um mindestens fünf Millionen Euro wäre für Gleichstellungsagenden ein absolutes Muss“, fordert die Vorsitzende des Frauenrings.

Unverzichtbare Frauenberatungsstellen

Ein Blick auf das Globalbudget für den Bundesvoranschlag 2018/19 zeigt außerdem, dass bei den Förderungen für Frauenberatungseinrichtungen gestrichen wird. Lag der Prozentanteil der politischen Bezirke, die über zumindest eine geförderte Frauenberatungseinrichtung verfügten, bisher bei 85%, wird nun das Ziel für die Jahre bis 2020 auf 80% heruntergeschraubt. „Frauenberatungsstellen sind wichtige Einrichtungen für Frauen, sie bieten Beratung für den beruflichen Wiedereinsteig, Rechtsberatung bei Scheidungen, für Alleinerziehende und vermitteln Hilfe für Gewaltschutz. Schon jetzt kämpfen die Einrichtungen mit zu geringen Mitteln und fordern mehr Budget für dringend notwendige Beratungsleistungen. Durch die Kürzungen wird es für Frauen gerade in den ländlichen Regionen noch schwieriger, Unterstützungen zu erhalten", sagt Ablinger. Das Ziel müsse ein 100%iger Ausbau sein, damit der Zugang zu Beratung und Unterstützung für alle Frauen gesichert sei, so die Vorsitzende des Frauenrings.

Effektiver Gewaltschutz

Wie die Allianz Gewaltfrei leben errechnete, bräuchte es allein für einen effektiven Gewaltschutz 21 Mal so viel Budget. „Die Regierung setzt in der Sicherheitspolitik falsche Prioritäten. Jede fünfte Frau in Österreich ist mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Jährlich werden 20-25 Frauen durch ihre eigenen (Ex-)Partner oder Familienmitglieder ermordet. Die Mittel für Gewaltschutz müssen dringend erhöht werden“, so Ablinger.

 

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