Presse

Bogner-Strauß spart frauenpolitische Arbeit kaputt

Donnerstag, 30. August 2018 - 14:30

Anfrage von SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek zeigt: Viele über Jahrzehnte geförderte Frauenorganisationen von Kürzungen betroffen

Die Liste der Frauenorganisationen, denen 2018 die Förderung vom Frauenministerium gestrichen oder gekürzt wurde, ist länger als gedacht – das geht aus einer Anfragebeantwortung von Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß hervor. „Ob das Frauengesundheitszentrum Salzburg oder das nowa Lernzentrum für Frauen in der Steiermark, gekürzt wurde in allen Bereichen: Bildung, Gesundheit, Kultur und sogar Gewaltschutz. Der Frauenministerin ist die langjährige Arbeit der Frauenorganisationen offensichtlich nichts wert“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. Nicht zu finden in der Liste der Kürzungen ist der Frauenring, dem ebenfalls rund 8.000 Euro weniger zur Verfügung stehen. „Das kann wohl nur ein ‚Versehen‘ sein“, so Frieben.  

Viele der Organisationen wurden schon seit Beginn der 1990er-Jahre gefördert. „Diese Frauenvereine unterstützen seit Jahrzehnten Frauen in allen Lebenslagen – ihre Arbeit wird einfach zerstört“, so Frieben. Auch von einer neuen Schwerpunktsetzung ist nichts zu erkennen. „Bisher haben wir in der Frauenpolitik nur Sparpolitik erlebt. Das ist kein glaubwürdiges Engagement für die Frauen in Österreich“, so Frieben.

Wo ist Ihre Solidarität, Frau Frauenministerin?

Donnerstag, 23. August 2018 - 12:00

Frauenring-Vorsitzende Klaudia Frieben kritisiert Aussagen von Bogner-Strauß in Kurier-Interview scharf

Sehr verärgert reagiert die Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes, Klaudia Frieben, auf das heutige Kurier-Interview mit Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß, in dem die Ministerin Solidarität unter Frauen einfordert.

„Frauenvereinen und Projekten die Existenz entziehen, Gelder für Kinderbetreuung streichen und dann noch Solidarität von denjenigen zu verlangen, deren Situation massiv verschlechtert wird, dafür fehlen mir ganz einfach die Worte“, kritisiert Frieben.

„Wo ist eigentlich Ihre Solidarität, Frau Ministerin? Wo ist Ihre Solidarität mit den Einrichtungen, die wichtige gesellschaftspolitische Arbeit leisten und die Sie in Zweifel stellen? Wo ist Ihre Solidarität mit berufstätigen Frauen, die jetzt schon nicht wissen, wie sie ihre Kinder betreuen lassen sollen, weil es zu wenig Plätze gibt und Sie statt den Ausbau zu fördern die Mittel einschränken? Wo ist Ihre Frauensolidarität, die wir uns zu Recht von Ihnen erwarten?“, so Frieben.

Frauenring: Förderabsage vom Sozialministerium

Dienstag, 7. August 2018 - 12:45

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) hat vom Sozialministerium eine Absage der Förderung für die „Kampagnenarbeit - Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz“ erhalten. "Ein weiterer Schlag für unsere Arbeit, die Existenz unseres Dachverbandes und ein Mittel, um uns mundtot zu machen", kommentiert Klaudia Frieben, Vorsitzende des ÖFR.

 

Frauenring: Türkis-Blau schafft die Frauenpolitik ab

Samstag, 4. August 2018 - 12:30

Die Ankündigung des Frauenministeriums, die Förderungen der Frauenvereine für 2019 nochmals rigoros zu kürzen, ist für die Vorsitzende des österr. Frauenringes, Klaudia Frieben, skandalös - es bedeutet wahrscheinlich das Ende vieler Initiativen und Vereine.

„Ich fordere die Frauenministerin auf, sich endlich ihrer Funktion bewusst zu werden und für Frauenrechte einzutreten und nicht denjenigen, die sie vertreten muss, permanent zu schaden“, so Frieben zornig. „Kämpfen Sie endlich für mehr Mittel, beginnen Sie Frauenpolitik zu verstehen und spielen Sie die unterschiedlichen Vereine und Organisationen nicht gegeneinander aus!"

Frauenring kritisiert massive Kürzungen bei Frauenorganisationen

Dienstag, 17. Juli 2018 - 12:15

Frauenorganisationen und -projekte leisten in Österreich seit Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit – etwa im Bereich Bildung, Gewaltprävention, Empowerment von Frauen, Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung. Bei den bisher bewilligten Förderungen hat die Regierung nun massiv gekürzt oder Förderungen sogar gänzlich gestrichen. Rund 700.000 Euro weniger als 2017 stehen dem Ressort von Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß zur Verfügung, zahlreiche Frauenorganisationen und -projekte sind betroffen. „Das Frauenressort ist seit jeher unterdotiert – und die Regierung kürzt auf dem Rücken von Frauen noch weiter. Für viele Organisationen ist die Situation existenzbedrohend“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR).

„Wieder andere Organisationen haben Mitte Juli noch immer keinen Förderbescheid bekommen und müssen Personalkosten seit Anfang Jänner vorfinanzieren. Das ist eine unerträgliche Situation“, so Frieben.

Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, hat sich der ÖFR heute in einem offenen Brief an die Regierung, den Bundespräsidenten und die Nationalratsabgeordneten gewandt und fordert die Regierung auf, die beantragten Gelder unverzüglich auszuzahlen und die Einrichtungen finanziell und rechtlich abzusichern. Der Brief ist auf der Website des Frauenrings zu finden.

„Österreich kommt bei der Gleichstellung von Frauen und Männern seit Jahren im internationalen Vergleich nicht vom Fleck. Organisationen die Mittel zu streichen, die für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen einen entscheidenden Beitrag leisten, ist politisch unverantwortlich“, so Frieben.

 

 

Frauenring: Verbale Gewalt an Frauen im Netz darf nicht straflos bleiben

Freitag, 29. Juni 2018 - 14:30

Die ehemalige Nationalratsabgeordnete Sigrid Maurer (Grüne) wurde in einer Facebook-Nachricht sexuell belästigt und machte das aufgrund der fehlenden Möglichkeit, dagegen juristisch vorzugehen öffentlich – und wird nun vom mutmaßlichen Verfasser der Nachricht wegen übler Nachrede und Kreditschädigung geklagt.

„Hier handelt es sich aus unserer Perspektive um eine massive sexuelle Belästigung im digitalen Raum. Es ist inakzeptabel, dass die belästigten Frauen bestraft werden sollen und die Belästiger einfach davonkommen. Diese Täter-Opfer-Umkehr und diese frauenverachtende Vorgangsweise können und wollen wir nicht akzeptieren!“, so die Frauenring-Vorsitzende Klaudia Frieben.

Der Frauenring sieht hier vor allem die Regierung und die Justiz in der Pflicht, alles zu tun, um Frauen vor verbalen sexistischen Übergriffen und Hass im Netz zu schützen. Bereits bei der Ratifizierung im Jahr 2013 verpflichtete sich Österreich die Istanbul Konvention und den darin enthaltenen Artikel 40 umzusetzen. Dieser besagt, dass auch gegen verbale sexuelle Belästigung Sanktionen vorzusehen sind. Auch Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) hatte gegenüber der Presse bereits betont, dass sie mögliche Konsequenzen rund um obszöne Privatnachrichten in der von der Regierung eingesetzten Task Force zur Verschärfung des Sexualstrafrechts prüfen lassen will.

„Wir fordern daher eine sofortige Verbesserung der rechtlichen Maßnahmen vor allem im Zivilrechtsbereich sowie Fortbildung und Schulungen für RichterInnen und StaatsanwältInnen, um Gewalt im Netz im Sinne der Betroffen zu ahnden", so Frieben.  

 

Frauenring: Nein zum frauenfeindlichen 12-Stunden-Tag

Freitag, 22. Juni 2018 - 10:15

Der Österreichische Frauenring spricht sich klar gegen die Einführung des regulären 12-Stunden-Tags bei einer 60-Stunden-Woche aus. „Dieser Gesetzesentwurf geht in jeder Hinsicht in die falsche Richtung. Lange Arbeitstage machen erwiesenermaßen unproduktiv und krank, von der postulierten Freiwilligkeit kann keine Rede sein, für Beschäftigte in Gleitzeit werden Zuschläge für die 11. und 12. Stunde wegfallen“, sagte Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Als besonders drastisch beurteilt der Frauenring die erwartbaren Auswirkungen auf Frauen. „Noch immer erledigen Frauen in Österreich den Großteil der gesellschaftlich notwendigen, unbezahlten Care-Arbeit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird sich mit dem 12-Stunden-Tag weiter verschlechtern“, so Frieben. Schon jetzt gibt es wenig Angebot an flächendeckenden Kinderbetreuungseinrichtungen, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. Durch überlange Arbeitszeiten könnten Frauen entweder ganz aus dem Berufsleben gedrängt werden oder sehr lange Teilzeitphasen mit wenig Einkommen in Kauf nehmen müssen. Armut und Abhängigkeit wären die Folge.

„Der Frauenring fordert im Sinne der Chancengleichheit seit Jahrzehnten einen flächendeckenden Ausbau von ganztägig geöffneten Kinderbetreuungseinrichtungen. Und angesichts der enormen Produktivitätsgewinne und der ungleichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit wäre eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich dringend notwendig – und gerecht. Die Pläne der Regierung können nur als frauenfeindlich bezeichnet werden“, so Frieben.

In diesem Sinne schließt sich der Österreichische Frauenring der gewerkschaftlich organisierten Demo gegen den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche am 30. Juni (Treffpunkt 14 Uhr, Westbahnhof) an und fordert alle Frauen zur Teilnahme auf.

Österreichischer Frauenring: Klaudia Frieben neue Vorsitzende

Dienstag, 12. Juni 2018 - 9:00

Der Österreichische Frauenring, die Dachorganisation österreichischer Frauenvereine, hat eine neue Vorsitzende: Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende und stv. Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft PRO-GE. Frieben wurde bei der Generalversammlung am 11. Juni zur neuen Vorsitzenden gewählt, sie übernimmt das Amt von Sonja Ablinger, die diese Funktion seit Mai 2015 ausübte.

Die scheidende Vorsitzende Sonja Ablinger freute sich in ihrer Abschlussrede über den Zuwachs in den letzten drei Jahren – der Frauenring konnte viele neue Mitglieder gewinnen. „Darüber bin ich sehr froh. Eine starke frauenpolitische Dachorganisation ist enorm wichtig. Alle Erfolge in der Gleichstellung haben Frauen erkämpft, weil sie sich verbündet haben über Parteigrenzen hinweg und sich nicht disziplinieren ließen. Angesichts der aktuellen Sozialabbau- und Kürzungspolitik der ÖVP-FPÖ-Regierung ist die solidarische, frauenpolitische Bündnisarbeit von zentraler Bedeutung. Wir müssen den Architekten des Sozialabbaus klar machen, dass wir Frauen nicht zusehen, wenn soziale Rechte zu Fürsorge und Almosen verkommen, Solidarität unter Bedingungen gestellt und Frauen wieder zum ‚sozialen Airbag’ der Krisenauswirkungen werden“, sagte Sonja Ablinger.

Die neue Vorsitzende Klaudia Frieben kündigte an, der Frauenring müsse weiterhin eine starke Stimme für jene Frauen sein, die eine starke Stimme brauchen. „Eine starke Stimme für gleiches Geld für gleiche Arbeit, gleiche Chancen am Arbeitsmarkt, ein gewaltfreies Leben sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Privatsphäre, gegen Armut sowohl im Erwerbsleben als auch im Alter, mit dem Ziel eines Lebens in Würde für alle Frauen. Es zeichnet den Frauenring aus, dass für gemeinsame Themen immer ein Konsens gefunden wurde. Das aktuelle, gemeinsame Thema Einkommenstransparenz ist das beste Beispiel – denn faire Einkommen sind der Schlüssel zu einem selbstbestimmten & gleichberechtigten Leben!“, so Frieben.

Klaudia Frieben, geb. 1963 in Wien, war seit 2008 als Bundesfrauensekretärin in der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und danach in der Gewerkschaft PRO-GE tätig. Seit 2014 ist sie Bundesfrauenvorsitzende und stv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE. Seit 2016 ist sie Mitglied des ÖGB-Vorstandes und wurde im April 2018 zur stv. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzenden gewählt.

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) ist die Dachorganisation österreichischer Frauenvereine mit aktuell über 40 Mitgliedsorganisationen. Während der Amtsperiode von Sonja Ablinger ist der Frauenring stark gewachsen: Mehr als zehn neue Organisationen traten der Dachorganisation bei.

Sozialabbau auf dem Rücken von Frauen und Kindern – Frauenring kritisiert Pläne der Regierung zur Mindestsicherung

Mittwoch, 6. Juni 2018 - 0:45

Der Österreichische Frauenring schließt sich der Kritik der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) an: Mit der „Mindestsicherung neu“ werden Alleinerziehenden-Familien noch weiter in die Armut gedrängt. Wie Berechnungen der ÖPA zeigen, rutschen mit dem neuen Modell 152.242 Eltern und Kinder in die absolute Armut. Das trifft österreichische StaatsbürgerInnen, geflüchtete Menschen und subsidiär Schutzberechtigte.

„Die Regierung macht gezielt Stimmung gegen MigrantInnen, um Sozialabbau zu legitimieren. Das hat fatale Folgen für Armutsbetroffene, für die Entwicklungschancen von Kindern und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt“, sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die neue Berechnung der Mindestsicherung wird Alleinerziehende mit mehr als drei Kindern ganz besonders hart treffen, also jene, die besonders oft von Armut betroffen sind. Der Frauenring kämpft gemeinsam mit anderen Organisationen seit vielen Jahren für die soziale Absicherung Alleinerziehender – rund neunzig Prozent von ihnen sind Frauen. „Bei der Unterhaltssicherung hören wir seit Langem nur leere Versprechungen – aber wenn es um Kürzungen bei Alleinerziehenden und deren Kindern geht, kann es der Regierung gar nicht schnell genug gehen. Das ist schlicht beschämend“, sagt Ablinger.