Aktuelles

Welche Rahmenbedingungen brauchen SexarbeiterInnen?

Freitag, 7. Dezember 2018 - 23:15

SOPHIE, das BeratungsZentrum für Sexarbeiterinnen der Volkshilfe Wien, weist auf die
Notwendigkeit von Rechtssicherheit für Sexarbeiterinnen hin.

„Wer freiwillig sexuelle Dienstleistungen anbietet, soll dies unter rechtsstaatlichen
und menschenwürdigen Rahmenbedingungen tun können“, fordert Eva van Rahden,
Leiterin von SOPHIE, dem BeratungsZentrum für Sexarbeiterinnen der Volkshilfe Wien, anlässlich
des Internationalen Tages der Menschenrechte. Den Kauf sexueller Dienstleistungen
unter Strafe zu stellen, wie immer wieder gefordert wird, würde die SexarbeiterInnen
schwächen, ist die Expertin überzeugt. Jede Form der Kriminalisierung führe zu mehr Illegalität
und Illegalität bedeutet für SexarbeiterInnen weniger Rechte und weniger Schutzmöglichkeiten.
Frauen, die Opfer werden, können zudem in einem legalen System leichter
erkannt und unterstützt werden.

„Bislang gibt es keine wissenschaftlich haltbaren Nachweise
für die Behauptung, dass die Strafbarkeit von Kunden Sexarbeiterinnen wirksam vor
Ausbeutung oder Gewalt schützt. Auch eine prekäre wirtschaftliche Ausgangssituation der
Frauen wird durch ein Verbot nicht verbessert. Nur Rechtssicherheit kann SexarbeiterInnen
Schutz bieten“, so van Rahden.

Beratungsangebot zum Berufswechsel in vielen Sprachen

Mit allen Fragen rund um das Thema Sexarbeit, etwa zu Versicherung, Steuern oder Registrierung
als Prostituierte, können sich Sexarbeiterinnen in Wien, Niederösterreich und im
Burgenland an das BeratungsZentrum SOPHIE wenden. Die Frauen werden umfassend in
vielen Sprachen beraten, anonym und kostenlos. Wenn sie ihre Tätigkeit beenden und einen
Berufswechsel vornehmen wollen, werden sie dabei umfassend unterstützt.
Vor allem Frauen, die nicht freiwillig mit der Sexarbeit begonnen haben, planen häufiger
einen Berufswechsel. Das zeigen Erfahrungen und eine Studie, die SOPHIE im Jahr 2013
durchgeführt hat. Diese Frauen brauchen längerfristige professionelle Begleitung, auch, weil
Sexarbeiterinnen als Neue Selbstständige in der Regel keinen Anspruch auf monetäre Unterstützung
durch das AMS haben.

Tag der offenen Tür

Am Internationalen Tag der Menschenrechte laden wir am Montag, 10. Dezember 2018
zum Tag der offenen Tür bei SOPHIE ein und stellen die Arbeit des Beratungszentrums vor.
Neben Volkshilfe Wien-Geschäftsführer Otto Knapp wird auch Rudolf Hundstorfer, Vorsitzender
der Volkshilfe Wien, anwesend sein. Christoph Lipinski stellt die Interessensvertretung
für Ein-Personen-UnternehmerInnen vida.flex vor.

Montag, 10. Dezember 2018 – ab 14.00 Uhr
BeratungsZentrum SOPHIE, Oelweingasse 6-8, 1150 Wien
www.sophie.or.at

Rückfragehinweis
Magdalena Schluckhuber
Öffentlichkeitsarbeit
0676/87841773
kommunikation [at] volkshilfe-wien.at
 

TV-Tipp: "Weltjournal" am 28.11. widmet sich Frauenrechten

Montag, 26. November 2018 - 4:00

WELTjournal, 28.11.2018   

Argentinien – der Aufstand der Frauen

Wenn am 30. November die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrieländer in Buenos Aires zum ersten G20-Gipfel in Südamerika zusammenkommen, werden in Argentinien tausende Frauen auf die Straße gehen. Sie nutzen die Öffentlichkeit um auf die weitverbreitete Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen: alle 31 Stunden wird in Argentinien eine Frau von ihrem Lebensgefährten oder Ex-Partner umgebracht. In Österreich wurden letztes Jahr 77 Frauen Opfer eines Mordes oder Mordversuchs – das ist EU-weit negativer Rekord.

Seit Monaten protestieren hunderttausende Argentinierinnen gegen die traditionell stark ausgeprägte Macho-Gewalt. Sie fordern Anerkennung und Schutz, ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und das Recht auf legale Abtreibung. Eine neue feministische Bewegung ist entstanden – in Argentinien, in den Nachbarländern, schließlich in der ganzen Region. WELTjournal-Reporterin Julieta Rudich begleitet die argentinischen Tango-Sängerinnen Claudia Levy und Noelia Moncada bei ihrem sehr persönlichen Engagement gegen Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika.

 

WELTjournal+, 28.11.2018

Abtreibung – Kreuzzug gegen Frauenrechte

Für viele europäische Frauen ist es heute selbstverständlich, dass sie das Recht haben, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Doch militante Abtreibungsgegner sind im Aufwind und haben mit Geld aus den USA und Unterstützung konservativer Kirchenkreise ein internationales Netzwerk geknüpft, das Frauen unter Druck setzt und legale Abtreibung erschwert. Von Italien bis Polen, von Frankreich bis Ungarn wird ein Kreuzzug gegen das Recht auf Abtreibung geführt.

Vor allem in Osteuropa haben Nationalisten das Thema längst für sich entdeckt. Politiker wie der ungarische Regierungschef Viktor Orban stellen die Hebung der Geburtenrate als Alternative zur Zuwanderung dar. In Italien lassen sich kaum Ärzte finden, die bereit sind, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Ohne das Wissen der betroffenen Frauen übergeben katholische Krankenhäuser deren Föten an Abtreibungsgegner, die sie dann im Rahmen von Kundgebungen öffentlich bestatten, incl. Grabstein mit dem Namen der Frau. Schwangerschaftsabbruch wieder illegal zu machen, ist aber nur das erste Ziel der ‚Pro-Life'-Aktivisten. Ihre nächsten Feindbilder sind Empfängnisverhütung und Scheidung. Das WELTjournal+ zeigt, wie sich mit dem Aufstieg der neuen Rechten in Europa ein Rückschlag bei Frauenrechten vollzieht.

 

 

Gewalt gegen Frauen: Frauenring fordert Sofortmaßnahmen von der Regierung

Freitag, 23. November 2018 - 0:45

77 Morde bzw. Mordversuche an Frauen gab es in Österreich allein im Jahr 2017. Fast zwei Drittel aller 42.079 Anzeigen wegen Tötung, Körperverletzung, sexueller Übergriffe und Raub standen in Zusammenhang mit Beziehungstaten. „Das sind höchst alarmierende Zahlen. Schluss mit Lippenbekenntnissen, wir brauchen dringend umfassende Präventionsmaßnahmen, um Frauen zu schützen und ihnen ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen", sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Mitgliedsorganisationen des ÖFR im Bereich Gewaltschutz weisen seit Jahren auf notwendige Investitionen in Gewaltschutz und Prävention hin: etwa den Ausbau opferschutzorientierter Täterarbeit, Schulungen im Gesundheitsbereich, Bewusstseinskampagnen und die finanzielle Absicherung von Opferschutzeinrichtungen.

Mit der Ratifizierung der Istanbulkonvention 2013 hat Österreich sich außerdem dazu verpflichtet, Präventions- und Schutzmaßnahmen auszubauen, um Frauen effektiv vor Gewalt zu schützen. „Die Frauenministerin hat die drastischen Kürzungen bei den Frauenorganisationen damit gerechtfertigt, den Fokus auf den Gewaltschutz legen zu wollen. Davon ist bisher nichts zu sehen", so Klaudia Frieben.

Geplante Maßnahmen der Regierung wie die Abschaffung der Notstandshilfe könnten Frauen sogar zusätzlich gefährden, da sie in ihrer Existenzgrundlage bedroht sind und der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erschwert wird. „Ein starkes Sozialsystem ist für Frauen ganz besonders wichtig, es leistet ebenso wie eine engagierte Gleichstellungspolitik einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention. Die Regierung betreibt hier Politik gegen die Frauen", so Frieben.

100 Jahre Frauenwahlrecht im Parlament

Dienstag, 13. November 2018 - 15:45

Am 12.11. wurde der Plenarsaal im Parlament ausschließlich von Frauen besetzt. Aufgerufen zu der Aktion hatte der Österreichische Frauenring gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen. ÖFR-Vorsitzende Klaudia Frieben würdigte die mutigen feministischen Vorkämpferinnen und rief dazu auf, weiterhin gemeinsam für eine gleichberechtigte Gesellschaft zu kämpfen.

Fotoalbum - Fotos von der Aktion im Parlament, Fotografin Bettina Frenzel

Videobericht von Wien TV.

Mo, 12. 11.: Fotoaktion 100 Jahre Frauenwahlrecht in der Hofburg

Sonntag, 11. November 2018 - 4:15

Von 16:30 bis 17:30 besetzen Frauen den Plenarsaal des Parlaments

Am 12. November feiert Österreich 100 Jahre Frauenwahlrecht. Der Österreichische Frauenring als Dachverband der österreichischen Frauenvereine lädt zu diesem Jubiläum gemeinsam mit einem breiten Bündnis an Organisationen, darunter das Frauenvolksbegehren, dazu ein, alle 183 Abgeordnetensitze, die Regierungsbank und das Präsidium für ein einmaliges Foto mit Frauen zu besetzen.

Der Frauenring ruft dazu auf, sich zu beteiligen – eigene Schilder oder Symbole mit politischen Forderungen sind willkommen!

Achtung, Einlass nur mit Ausweis!

Montag, 12. November 2018
16:30 – 17:30 Josefsplatz 4, 1010 Wien

https://www.facebook.com/events/291108741742363/

Geplanter AMS-Algorithmus diskriminiert Frauen

Dienstag, 23. Oktober 2018 - 1:30

Minus 0,14 Punkte für das Geschlecht "weiblich", weitere 0,15 Punkte Abzug für Betreuungspflichten: So bewertet ein vom AMS in Auftrag gegebenes Computerprogramm arbeitsuchende Frauen, der Algorithmus soll ab 2020 eingesetzt werden und entscheidet darüber, welche Personen Förderungen erhalten. Arbeitsuchende werden in drei Kategorien eingeteilt. Jene Menschen, die statistisch gesehen über besonders schlechte Chancen am Arbeitsmarkt verfügen, werden weniger gefördert - und so doppelt diskriminiert. Punkteabzüge erhalten etwa auch Personen über 50 und Menschen mit Beeinträchtigungen.

"Der AMS-Algorithmus muss somit aus unserer Sicht als frauen- und menschenverachtend sowie diskriminierend eingestuft werden. Er fördert Rassismus, Sexismus und Altersdiskriminierung. Eine Nutzung des Programms ab 2020 ist daher in aller Entschiedenheit abzulehnen und wir appellieren an die Regierung, dieses Programm nicht einzuführen!", so der Verein AÖF in einer Aussendung. Der Frauenring schließt sich dieser Kritik an!

Presseaussendung AÖF

Frauenring: 481.906 Stimmen des Frauenvolksbegehrens ernst nehmen

Montag, 8. Oktober 2018 - 20:00

Vorsitzende Klaudia Frieben gratuliert den InitiatorInnen und fordert Regierung zum Handeln auf

481.906 Stimmen sind das Ergebnis des unermüdlichen Engagements der InitiatorInnen des Frauenvolksbegehrens 2.0. „Ich gratuliere dem Team des Frauenvolksbegehrens im Namen des Österreichischen Frauenrings ganz herzlich. Die Stimmen zeigen, dass Frauen in Österreich immer noch nicht die gleichen Chancen haben und sehr viele Menschen damit nicht einverstanden sind“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des ÖFR.

Dem Frauenvolksbegehren ist es zu verdanken, dass wichtige frauenpolitische Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Frauenarmut und sexuelle Selbstbestimmung in den vergangenen Monaten breit debattiert wurden.

„Gefordert sind nun die Regierung und das Parlament, dieses Volksbegehren nicht zu ignorieren, sondern ernst zu nehmen und an der Umsetzung zu arbeiten“, so Frieben.

Gerade die jüngsten politischen Entwicklungen haben gezeigt, dass bereits Erreichtes in Gefahr ist und derzeit sehr wenig getan wird, um die Situation von Frauen in Österreich zu verbessern. „Es braucht jetzt dringend feministische Impulse. Es geht um nicht weniger als die Zukunft Österreichs, in der alle Menschen dieselben Rechte und Möglichkeiten vorfinden müssen“, so Frieben.  

Der Frauenring trauert um Maria Jonas

Sonntag, 7. Oktober 2018 - 23:45

Maria Jonas ist Ende September im Alter von 78 Jahren verstorben - der Österreichische Frauenring trauert um eine Mitstreiterin und engagierte Kämpferin für Frauenrechte.

Jonas war bis 1995 Generalsekretärin der Sozialistischen Frauen-Internationale und danach Vorstandsmitglied der INSTRAW, einer Frauenforschungs- und Trainingseinrichtung der Vereinten Nationen.

Ab 2000 war sie Vorsitzende des NGO Committee on the Status of Women und hierbei in die Umsetzung der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 und ihres Folgeprozesses eingebunden. 1997 war sie Mitinitiatorin des ersten Frauenvolksbegehrens.

Im Frauenring war Maria Jonas als Vorstandsmitglied tätig. Sie bleibt als glühende Antifaschistin und unermüdliche Kämpferin für Frauenrechte in Erinnerung.

Nachruf von Elfriede Hammerl im "Profil": https://www.profil.at/meinung/elfriede-hammerl-maria-jonas-nachruf-10376190

 

#EUToo - Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen*

Dienstag, 2. Oktober 2018 - 16:30

#MeToo hat einmal mehr das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* sichtbar gemacht. Unter dem Hashtag #EUToo fordern wir, dass die EU sicherstellt, dass ALLE Frauen* und Kinder in der EU ein Leben frei von Gewalt leben können. Die Istanbul Konvention des Europarats ist der umfassendste internationale Vertrag gegen Gewalt gegen Frauen* und häusliche Gewalt. Wir fordern die EU auf, sich klar gegen Gewalt gegen Frauen* und Kinder zu positionieren und die Istanbul Konvention JETZT zu unterzeichnen!

https://www.wave-network.org/

 

Alleinerziehende: Frauenring fordert überfällige Unterhaltssicherung

Montag, 24. September 2018 - 0:15

„Ja" für die Unterhaltssicherung: Vor genau einem Jahr stimmten sämtliche SpitzenkandidatInnen in der Puls4-Elefantenrunde dafür, dass eine staatliche Unterhaltsgarantie umgesetzt werden müsse, um Alleinerziehende – 90 Prozent von ihnen sind Frauen – und ihre Kinder aus der Armutsfalle zu holen. Passiert ist bisher: nichts.

„Die Regierungsparteien sollen endlich zu ihrem gegebenen Versprechen stehen, statt weiterhin Politik auf dem Rücken der Frauen zu machen. Alleinerzieherinnen leisten täglich Enormes, ihnen fehlt aber die einflussreiche Lobby. Armutsgefährdete Frauen und ihre Kinder werden hier einfach im Stich gelassen", sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Kundgebung zum Jahrestag:
Montag, 24. September um 17 Uhr am Platz der Menschenrechte in Wien
https://www.facebook.com/events/511020386026802/

 

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