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#ImZentrum der Männerbünde

Mittwoch, 14. Dezember 2016 - 18:00

Ist Politik in Österreich Männersache? Die Diskussionsrunde in der Sendung „Im Zentrum“ am vergangenen Sonntag legt diesen Befund nahe: Sechs Männer saßen da in Vertretung der sechs im Parlament vertretenen Parteien bei Moderatorin Ingrid Thurnher und diskutierten über die politische Zukunft Österreichs. Selbst Ingrid Thurnher sprach gleich zu Beginn der Sendung den Elefanten im Raum – die hundertprozentige Männerquote – an: „Fall Sie sich, meine Damen und Herren, wundern, dass es hier heute Abend eine reine Herrenrunde ist, die sich versammelt hat, da ist offensichtlich Handlungsbedarf in der Politik selbst gegeben.“

Ein Handlungsbedarf besteht tatsächlich, wie ein schneller Blick auf die Statistik zeigt: Von den 183 Abgeordneten des Nationalrats sind derzeit 56 Frauen, also 30,6 %. Innerhalb der einzelnen Fraktionen bilden die NEOS das Schlusslicht (1 Frau von 9 Abgeordneten, Frauenanteil von 11 %), die FPÖ hat rund 18 Prozent Frauen in ihren Reihen – allein die Grünen verfügen über ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis (50 % Frauen).

Auch wenn für die Redaktion von „Im Zentrum“ ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter den Gästen nicht unbedingt Priorität zu haben scheint: Die Auswahl an Politikerinnen, die in die Sendung eingeladen werden können, ist unter diesen Umständen beschränkt. Die Herrenrunde vom Sonntag dürfen die Parlamentsparteien daher als vorweihnachtlichen Weckruf verstehen, endlich ernsthaft auf einen höheren, gerechten Frauenanteil hinzuarbeiten.

Frausein ist noch kein Programm – aber es ist die Aufgabe der Parteien in der österreichischen Demokratie, dafür zu sorgen, dass Frauen ebenso wie Männer an den politischen Prozessen auf allen Ebenen teilhaben können. Und nachdem die viel beschworene Freiwilligkeit keine Wirkung zeigt – der Frauenanteil in der Politik ist auf verschiedenen Ebenen zuletzt gesunken –, sind Quoten und Sanktionen längst überfällig! 

Kritik an Änderungen im Aufsichtsrat der Wiener Zeitung

Dienstag, 6. Dezember 2016 - 17:00

Frauenring und Frauennetzwerk Medien kritisieren Entscheidung der Bundesregierung

Der Österreichische Frauenring und das Frauennetzwerk Medien haben anlässlich der geplanten Umbildung im Aufsichtsrat der Wiener Zeitung einen Brief an Bundeskanzler Kern verfasst: Für uns ist nicht nachvollziehbar, weshalb mit Astrid Zimmermann und Helga Luczensky zwei Medienexpertinnen ihre führende Position aufgeben müssen!

Der gemeinsame Brief von Frauenring und Frauennetzwerk Medien steht anbei als Download zur Verfügung!

KLAPPE AUF!

Samstag, 26. November 2016 - 19:30

Trickfilmabend im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Am 26. November 2016 werden ab 19:30 Uhr bei freiem Eintritt im KunstSozialRaum Brunnenpassage (Brunnengasse 71/Yppenplatz, 1660 Wien) folgende Filme gezeigt:

Under your Fingers (FR 2014, Regie: Marie-Christine Courtès)

Ein junges Mädchen durchlebt die Geschichte ihrer Ahninnen, vom kolonialen Indochina bis zur Isolation in einem Transitlager.

Scent of Geranium (US 2016, Regie: Naghmeh Farzaneh)

Ein Film über Entwurzelung und die Suche nach einer neuen Heimat und Identität.

Krieg im Frieden (DE 2015, Regie: Luise Omar)

Eine Frau zwischen Flucht und Konfrontation, zwischen dem Krieg in Syrien und Frieden in Deutschland.

Paradise (BE 2014, Regie: Laura Vandewynckel)

„Paradise“ zeigt die Suche nach einem besseren Ort – auf zwei Seiten des Ozeans.

Borderlines (CZ 2015, Regie: Hanka Nováková)

Menschen und die Grenzen ihrer Welt. Was ist wichtiger: den Raum für sich selbst definieren oder das Zusammenleben mit anderen?

Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch unter Moderation von Ursula Dullnig statt.

Krisenherd Ökologie – Feministische und weitere Kritiken

Samstag, 12. November 2016 -
10:30 bis 15:30

Symposium in der Frauenhetz

Unser Lebensstil – Frauen des Westens und Nordens nicht ausgenommen –  hat die Erde und die Weltgesellschaft an den Rand des Kollaps’ gebracht und ist nicht bereit eine Kursänderung herbeizuführen; es sei denn über profitorientierte Technologien. Die Umweltkrise ist in anderen Weltgegenden von eminenter Bedeutung für Frauen, die unmittelbar unter Klimawandel, kontaminierten Ressourcen, Nahrungsmitteknappheit usw. leiden. Theoretisch wie praktisch sind An- und Einsätze feministischer und alternativer Ökologien not-wendig.

Gemeinsames Reflektieren und Entwerfen. Inputs von und Diskussionen mit

- Viviana ASARA (Environmental Politics, Social Movements) zu Degrowth as Social-Ecological Transformation – what is the Role of Social Movements?*
- Veronika BENNHOLDT-THOMSEN (Sozialanthropologin, Mitbegründerin der dt. Frauenforschung) zu Neoliberale Globalisierung und Subsistenzperspektive – welche Bedeutung hat das Konzept der Subsistenz heute?
- Melanie PICHLER (Politikwissenschafterin, Aktivistin) zu Politischer Ökologie – Welche Herausforderungen ergeben sich durch die ökologische Krise?
- Irmi SALZER (ÖBV- via campesina austria, Biobäuerin) zu Ernährungssouveränität und Zugang zu Ressourcen – welche Auswirkungen hat das kapitalistische Agrarsystem auf Frauen?
- Lisbeth Nadia TRALLORI (Feministische Soziologin, Sozial-Forum-Aktivistin) zu Biotechnologische Körperausbeute – wie viel Techno-Transformation verträgt die menschliche Natur?
- Dagmar URBAN (Greenpeace, Landwirtschaftsexpertin) zu Biotechnologien und ökologische Lebensmittelproduktion – welche Perspektiven haben feministische Technologiekritiken?
- Christa WICHTERICH (WIDE, Soziologin) zu Feministische Ökonomie und feministische politische Ökologie – wie lassen sie sich verknüpfen?

*Übersetzungshilfe: Hilde Grammel
Welcome um 10.30 mit Kaffee und Brunch. Beginn Inputs 11.00 pünktlich.
Moderationen: Birge Krondorfer

Die Veranstaltung findet in der Frauenbildungsstätte Frauenhetz (Untere Weißgerberstrasse 41, 1030 Wien) statt.

 

Broken Free – Kritische Lieder zu Entsolidarisierung, Umweltzerstörung und Kapitalismus

Freitag, 11. November 2016 - 19:00

Eröffnung des Symposiums: Krisenherd Ökologie – Feministische und weitere Kritiken

Zur Einstimmung auf das Symposium tritt die Wiener Sängerin und Gitarristin LAURA RAFETSEDER in der Frauenhetz auf. „Meine Songs sind inspiriert von der diffusen Angst, die wir angesichts einer unsicherer werdenden Welt mit Kriegsgefahr, Zerstörung unseres Planeten und steigender Arbeitslosigkeit jeden Tag fühlen. Diese Angst ist wie Einsamkeit und Entfremdung ein Symptom der Klassengesellschaft. Es ist unser Auftrag als KünstlerInnen, den Finger darauf zu legen und zu sagen, was da ist.“

Die Veranstaltung findet in der Frauenbildungsstätte Frauenhetz (Untere Weißgerberstrasse 41, 1030 Wien) statt.

In bester Verfassung?

Mittwoch, 23. November 2016 - 19:00

Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit zwischen politischen und religiösen Extremen

Die AK Wien lädt am Mittwoch, 23.11.2016, 19:00 Uhr, zu einem Wiener Stadtgespräch ein: Seyran Ateş im Gespräch mit Peter Huemer.

Seyran Ateş (*1963) ist eine deutsche Rechtsanwältin, Buch- und Drehbuchautorin sowie Frauenrechtlerin türkisch-kurdischer Herkunft. Ateş war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil. Ihr wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Verdienstorden der Stadt Berlin. Ateş ist Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt Wahlheimat – warum ich Deutschland lieben möchte (2013), Der Islam braucht eine sexuelle Revolution (2009) sowie Der Multikulti-Irrtum (2007).

Die Veranstaltung findet im großen Saal des AK-Wien Bildungszentrums statt (Theresianumgasse 16 – 18, 1040 Wien).

Käthe Schirmachers Frauenbewegungen - eine kontroverse Aktivistin im Kontext

Freitag, 25. November 2016 -
9:30 bis 18:00

Kolloquium am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Das Team des Projekts "Engagement und Professionalisierung", das sich mit den umfangreichen Hinterlassenschaften der Frauenrechtsaktivistin und deutschnationalen Politikerin Käthe Schirmacher (1865-1930) auseinandersetzt, lädt herzlich zu einem Kolloquium am 25. November 2016 am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien ein.

Die Veranstaltung mit dem Titel "Käthe Schirmachers Frauenbewegungen - eine kontroverse Aktivistin im Kontext" widmet sich den vielfältigen Konstellationen, in denen Schirmachers politische Interventionen unter anderem wirksam wurden: Sittlichkeit und Sexualität, transnationalen Frauenbewegungsnetzwerken sowie dem völkischen Milieu der Weimarer Republik. Schirmacher, die heute nicht zuletzt aufgrund ihrer kontroversiellen Positionierungen kaum mehr erinnert wird, soll damit auch als paradigmatische Protagonistin der sich um 1900 dynamisierenden Transformationsprozesse der Geschlechterverhältnisse sichtbar gemacht werden.

Nähere Informationen finden sich im Programm anbei!

Die Mindestsicherung hilft – insbesondere Frauen und Alleinerziehenden

Donnerstag, 3. November 2016 - 2:00

Der Österreichische Frauenring unterstützt die Initiative #abersicher der Armutskonferenz für eine bessere Mindestsicherung mit weniger Armut. „Wie aktuell in Österreich gegen BezieherInnen der Mindestsicherung Stimmung gemacht wird, ist mehr als besorgniserregend. Die Mindestsicherung ist ein wichtiges Instrument, um soziale Sicherheit im Land zu gewährleisten. Wir brauchen keine Kürzungen, sondern Verbesserungen“, sagte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Alleinerziehende sind die am häufigsten von Armut betroffene Gruppe in Österreich, rund 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen, schlecht bezahlte ‚Frauenberufe‘, der nach wie vor bestehende Gender Pay Gap von rund 23 Prozent und die steigende Arbeitslosigkeit unter Frauen treffen sie – und ihre Kinder – besonders hart. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung ist eine wichtige Maßnahme, die für viele Alleinerziehende das letzte soziale Netz darstellt. „Die Mindestsicherung muss zumindest auf das Niveau der Armutsgrenze angehoben werden, um Alleinerziehenden und ihren Kindern gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“, sagte Sonja Ablinger.

Auch für gewaltbetroffene Frauen stellt die bedarfsorientierte Mindestsicherung ein wichtiges Auffangnetz dar – insbesondere in Zeiten von Trennung und Scheidung. Die Mindestsicherung ist daher ein wichtiger Baustein für die Sicherung einer eigenständigen Existenz und zentral für die Bekämpfung und Vermeidung von Frauenarmut. „Laut Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums ist Österreich bei der Gleichstellung von Frauen und Männern von Platz 37 im Vorjahr auf Platz 52 abgestürzt. Die Regierung muss endlich aufwachen und handeln“, so Ablinger abschließend.

Curie_Meitner_Lamarr_unteilbar

Donnerstag, 24. November 2016 - 17:00

Theaterabend an der Universität für Bodenkultur Wien

Strahlung. Kernspaltung. Frequenzsprünge. Drei herausragende Pionierinnen stehen exemplarisch für die Errungenschaften von Frauen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich: Die aus Polen stammende zweifache Nobelpreisträgerin und Entdeckerin der Radioaktivität Marie Curie (1867-1934), die österreichisch-schwedische Atomphysikerin Lise Meitner (1878-1968) und die Wiener Hollywood-Schauspielerin Hedy Lamarr (1914-2000) mit der Entwicklung des Frequenzsprungverfahrens.

portraittheater widmet sich in dem Theaterstück „Curie_Meitner_Lamarr_unteilbar“ ihren Lebensgeschichten ebenso wie ihrer Faszination für Naturwissenschaften und Technik. In dem spannenden Stück personifiziert die österreichische Schauspielerin Anita Zieher alle drei Frauen unter der Regie von Sandra Schüddekopf und erweckt sie so erneut zum Leben. Videoeinspielungen mit drei Mädchen stellen einen Bezug zur Gegenwart von Frauen in Wissenschaft und Technik her.

Die Veranstaltung findet am 24.11.2016, 17:00 Uhr, im Hörsaal XV der Universität für Bodenkultur Wien statt (1180 Wien, Gregor Mendel Straße 33).

Anmeldung bitte an eva.ploss [at] boku.ac.at bis 18. November 2016.

Weitere Informationen auf der Website des portraittheaters!

Johanna Dohnal-Förderpreise und des Johanna Dohnal-Stipendiums 2016

Montag, 21. November 2016 - 18:00

Preisverleihung

Am Montag, 21. November 2016, 18.00 Uhr lädt Bundesministerin Sabine Oberhauser zur Verleihung der Johanna Dohnal-Förderpreise und des Johanna Dohnal-Stipendiums 2016 in das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Festsaal im Bundesamtsgebäude (Radetzkystraße 2, 1030 Wien).

Nähere Informationen finden sich in der beigefügten Einladung!

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