Presse

Frauenpolitik muss aufgewertet werden

Montag, 6. März 2017 - 1:30

Frauenring fordert im Zuge der Nachbesetzung von Sabine Oberhausers Agenden ein eigenständiges Frauenministerium

„Wir müssen endlich unsere Sache selbst in die Hand nehmen und wenn notwendig mehr als nur kräftig auf den Tisch hauen.“ - Sabine Oberhauser

„Dieses Vermächtnis der viel zu früh verstorbenen Ministerin und leidenschaftlichen Politikerin Sabine Oberhauser sollte auch die Bundesregierung bei der Nachbesetzung des Amts der verstorbenen Gesundheits- und Frauenministerin leiten“, sagte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die Dachorganisation der österreichischen Frauenorganisationen erneuert im Zuge der notwendig gewordenen Nachbesetzung die Forderung nach Schaffung eines eigenen Frauenministeriums mit besser ausgestatteten Ressourcen. „Frauenpolitik ist Querschnittsmaterie. Nur ein eigenständiges Frauenministerium mit umfassender Koordinierungskompetenz und entsprechenden Budgetmitteln wird dieser Tatsache gerecht“, stellte Ablinger fest. Die Themen der Geschlechtergerechtigkeit müssen endlich wieder ins Zentrum der politischen Agenda rücken.

Es bestehe dringender frauenpolitischer Handlungsbedarf. Das zeige auch der kürzlich veröffentlichte Sozialbericht des Sozialministeriums: Frauen sind wesentlich stärker armutsgefährdet als Männer und am Arbeitsmarkt nach wie vor strukturell benachteiligt. „Der Sozialbericht macht deutlich, wie weit Österreich von einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter entfernt ist. Das muss als Handlungsaufforderung an die Regierung gelesen werden“, sagte Sonja Ablinger. Im Gleichstellungsranking des Weltwirtschaftsforums rutschte Österreich zuletzt um 15 Plätze auf Rang 52 ab.

Zusätzlich verpflichte auch die verfassungsrechtliche Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter und die europarechtliche Festschreibung von Gender Mainstreaming die Bundesregierung, Frauenpolitik als Querschnittsmaterie zu verankern und aufzuwerten. „Wir müssen frauenpolitisch kräftig auf den Tisch hauen – nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern tagtäglich und überall“, zitiert Ablinger die verstorbene Frauenpolitikerin Sabine Oberhauser abschließend.

One Billion Rising Vienna 2017 – „Superheld*innen gegen Gewalt“

Montag, 30. Januar 2017 - 1:00

14. Februar, ab 17:30 Uhr vor dem Parlament

Gewalt an Frauen* ist eine der häufigsten und schwersten Menschenrechtsverletzungen. Je frauenverachtender und patriarchaler die Gesellschaft und die Herrschaftsverhältnisse sind, desto mehr nimmt Gewalt an Frauen* zu. Die aktuellen Entwicklungen in Russland mit der Senkung des Strafrahmens bei Gewalt innerhalb der Familie zeigen, wie schnell vermeintlich gesicherte Errungenschaften rückgängig gemacht werden können. Seit 2012 ist der 14. Februar daher ein weltweiter, solidarischer Aufruf – One Billion Rising (OBR) – zur gemeinsamen Beendigung der Gewalt an Frauen* und Mädchen*.

Zum fünfjährigen Jubiläum setzt der Verein One Billion Rising Austria auch 2017 wieder ein Zeichen für Solidarität, Unterstützung und Frieden, für alle Frauen*, die auf der Flucht vor jeglicher Form von Gewalt sind, sei es im familiären, beruflichen, politischen oder gesellschaftlichen Umfeld. Nach der Kundgebung vor dem Parlament folgt ein getanzter Demo-Umzug zum „Held*innentor“.

Mit dem diesjährigen Motto „Superheld*innen gegen Gewalt“ sollen besonders Mädchen* und junge Frauen* angesprochen, gestärkt und ermutigt werden, daher werden heuer Schulklassen, Jugendorganisationen und Pädagog*innen zur Mitwirkung angefragt und eingeladen. Zur Vorbereitung auf OBR-Vienna 2017 werden außerdem im Jänner und Februar wieder laufend kostenlose OBRA-Tanzworkshops bei Amnesty International Austria, in der Galerie Werkstatt NUU und im Tanzquartier Wien angeboten.

Die Liste der mitwirkenden Künstler*innen bei OBR Vienna 2017 sowie der Ehrengästinnen ist auf der Website https://1billionrising.at/ einzusehen. 

Moderation: Ulli Weish

Künstlerische Leitung: Aiko Kazuko Kurosaki
 

Rückfragen und Kontakt:

Eva Maria Zenz
Verein OBRA - One Billion Rising Austria
0660-7580027
presse [at] 1billionrising.at
www.1billionrising.at

ZVR: 552291969

 

 

Women's March am 21. Jänner in Wien

Dienstag, 17. Januar 2017 - 13:00

Am 21. Jänner wird in Wien ein Solidaritäts-Marsch mit dem “Women’s March on Washington” stattfinden. Der US-amerikanische Protest-Marsch gründete sich als Antwort auf den Wahlkampf Donald Trumps und seiner menschenverachtenden Rhetorik. Am ersten Tag der Präsidentschaft Trumps werden Zehntausende Frauen und Männer friedlich ein feministisches und antirassistisches Zeichen setzen und für all die Gruppen aufstehen, die Trump beleidigt, dämonisiert und bedroht hat.

Die Aktion hat sich zu einer globalen Bewegung entwickelt: 370 Märsche werden am 21. Jänner weltweit stattfinden, in 78 Städten in 38 Ländern außerhalb der USA haben sich Organisationsgruppen formiert. Der Protest geht also weit über die US-Wahl hinaus und tritt für die Verteidigung von Frauenrechten ein, die weltweit von aufstrebenden rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen in Frage gestellt werden.

Der Wiener Marsch wird vom Österreichischen Frauenring, der Plattform 20000frauen, den Grünen Frauen, One Billion Rising Austria, WAVE, der Neuen Linkswende und den Democrats Abroad unterstützt.

 

Treffpunkt:

21. Jänner 2017, 12 Uhr, Karlskirche, 1040 Wien

Unterhaltsvorschuss: Frauenring drängt auf Reform

Dienstag, 3. Januar 2017 - 15:00

Der Online-Standard berichtet über die Forderung des Frauenrings, endlich Verbesserungen im Unterhaltsrecht umzusetzen: "Der Österreichische Frauenring, die Dachorganisation österreichischer Frauenorganisationen, drängt auf die im Regierungsprogramm vorgesehene Reform des Unterhaltsrechts. Wie von SPÖ und Grünen vorgeschlagen, sollte hierzu eine parlamentarische Enquete stattfinden, forderte die Frauenring-Vorsitzende Sonja Ablinger (früher SPÖ). Diese soll im ersten Halbjahr 2017 stattfinden."

Weiterlesen auf www.derstandard.at.

#ImZentrum der Männerbünde

Mittwoch, 14. Dezember 2016 - 18:00

Ist Politik in Österreich Männersache? Die Diskussionsrunde in der Sendung „Im Zentrum“ am vergangenen Sonntag legt diesen Befund nahe: Sechs Männer saßen da in Vertretung der sechs im Parlament vertretenen Parteien bei Moderatorin Ingrid Thurnher und diskutierten über die politische Zukunft Österreichs. Selbst Ingrid Thurnher sprach gleich zu Beginn der Sendung den Elefanten im Raum – die hundertprozentige Männerquote – an: „Fall Sie sich, meine Damen und Herren, wundern, dass es hier heute Abend eine reine Herrenrunde ist, die sich versammelt hat, da ist offensichtlich Handlungsbedarf in der Politik selbst gegeben.“

Ein Handlungsbedarf besteht tatsächlich, wie ein schneller Blick auf die Statistik zeigt: Von den 183 Abgeordneten des Nationalrats sind derzeit 56 Frauen, also 30,6 %. Innerhalb der einzelnen Fraktionen bilden die NEOS das Schlusslicht (1 Frau von 9 Abgeordneten, Frauenanteil von 11 %), die FPÖ hat rund 18 Prozent Frauen in ihren Reihen – allein die Grünen verfügen über ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis (50 % Frauen).

Auch wenn für die Redaktion von „Im Zentrum“ ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter den Gästen nicht unbedingt Priorität zu haben scheint: Die Auswahl an Politikerinnen, die in die Sendung eingeladen werden können, ist unter diesen Umständen beschränkt. Die Herrenrunde vom Sonntag dürfen die Parlamentsparteien daher als vorweihnachtlichen Weckruf verstehen, endlich ernsthaft auf einen höheren, gerechten Frauenanteil hinzuarbeiten.

Frausein ist noch kein Programm – aber es ist die Aufgabe der Parteien in der österreichischen Demokratie, dafür zu sorgen, dass Frauen ebenso wie Männer an den politischen Prozessen auf allen Ebenen teilhaben können. Und nachdem die viel beschworene Freiwilligkeit keine Wirkung zeigt – der Frauenanteil in der Politik ist auf verschiedenen Ebenen zuletzt gesunken –, sind Quoten und Sanktionen längst überfällig! 

Kritik an Änderungen im Aufsichtsrat der Wiener Zeitung

Dienstag, 6. Dezember 2016 - 17:00

Frauenring und Frauennetzwerk Medien kritisieren Entscheidung der Bundesregierung

Der Österreichische Frauenring und das Frauennetzwerk Medien haben anlässlich der geplanten Umbildung im Aufsichtsrat der Wiener Zeitung einen Brief an Bundeskanzler Kern verfasst: Für uns ist nicht nachvollziehbar, weshalb mit Astrid Zimmermann und Helga Luczensky zwei Medienexpertinnen ihre führende Position aufgeben müssen!

Der gemeinsame Brief von Frauenring und Frauennetzwerk Medien steht anbei als Download zur Verfügung!