Presse

Frauenring fordert Kinderkostenstudie

Mittwoch, 6. Dezember 2017 - 11:45

Für Kinder zu sorgen und verantwortlich zu sein, ist mit Kosten verbunden. Wie hoch diese genau sind, ist in Österreich offiziell nicht erfasst – die letzte Kinderkostenstudie wurde 1964 erstellt.

Der Österreichische Frauenring unterstützt daher die Forderung der AG Kindergrundsicherung nach einer neuen Erhebung der Kinderkosten. „Derzeitige Regelbedarfssätze im Unterhaltsrecht oder in der Familienförderung basieren immer noch auf den Zahlen der 1960er-Jahre. Für diese Berechnungen braucht es endlich eine solide Grundlage, die künftige Bundesregierung muss umgehend eine neue Kinderkostenstudie durchführen“, sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Nur wenn die finanzielle Lage von Familien neu erfasst wird, können familienpolitische Maßnahmen auch realistisch geplant werden. „Nicht zuletzt wird die Kinderkostenanalyse seit Jahren als Grundlage für die längst überfällige Reform des Unterhaltsgesetzes genannt. Es braucht dringend konkrete Schritte, um die beschämend hohe Armutsgefährdung von Alleinerzieherinnen und ihren Kindern zu bekämpfen“, so Sonja Ablinger. 

Offener Brief zur Kinderkostenstudie auf www.kinderhabenrechte.at

25.11.: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen im Zeichen des Kampfs gegen Femizid

Dienstag, 21. November 2017 - 11:00

Alle 32 Stunden wird in Argentinien eine Frau ermordet – Täter ist meist der Partner oder Ex-Partner. Gegen diese Femizide hat sich 2015 in mehreren südamerikanischen Ländern eine kraftvolle feministische Bewegung gebildet: Unter dem Slogan „Ni Una Menos“ („Nicht eine weniger“) kämpfen Frauen gegen sexistische Gewalt und haben rund um den Globus Solidarität erfahren.

Im Zeichen der internationalen Solidarität stehen auch die Veranstaltungen in Wien, die am 25. November auf die strukturelle, sexistische und auch rassistische Gewalt gegen Frauen und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben aufmerksam machen.

Veranstaltungen in Wien:

25. November, 14 – 17 Uhr, Yppenplatz: DEMO DINÁMICA
Veranstaltung von LEFÖ gemeinsam mit Ni Una Menos und Take back the streets
mit Graffiti, Tizatones, dem Lied „Reloj de campana“ und Rede-Beiträgen von Ni Una Menos, Take back the streets und LEFÖ

25. November, 17 Uhr, Stephansplatz: FrauenLesbenKundgebung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
mit Redebeiträgen, Aktionen, Liedern, Musik und Aktivistinnen von Ni Una Menos

25. November, 14:00 Uhr, Stock-im-Eisen-Platz: Kundgebung Pro Choice is ois!
Gegen den „Marsch fürs Leben“ und christlichen Fundamentalismus

Österreich

Auch der Österreichische Frauenring erklärt sich mit Initiativen weltweit solidarisch, die für das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben kämpfen. Feministische Organisationen weisen seit Jahrzehnten darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen System hat – auch in Österreich: Jede vierte bis fünfte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Der ÖFR fordert daher eine finanzielle Absicherung von Frauenhäusern und Beratungseinrichtungen, aber auch mehr Fokus auf Prävention und Täterarbeit. Dazu gehört auch der Ausbau von Schulungs- und Fortbildungsprogrammen in der Exekutive und in der Justiz. „Gewalt passiert täglich, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Frauen müssen davor bestmöglich geschützt werden – ob in den eigenen vier Wänden, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum“, sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des ÖFR.

 

Frauenring: Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes jetzt!

Dienstag, 3. Oktober 2017 - 15:15

Fast die Hälfte der Alleinerziehenden in Österreich leben in Armut – eine Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes ist ein erster wichtiger Schritt, um diesen beschämenden Missstand zu beseitigen. Nachdem die SpitzenkandidatInnen in der Wahlkonfrontation auf Puls 4 Einigkeit demonstrierten, die Reform noch vor der Wahl zu beschließen, müssen jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Alleinerziehende und ihre Kinder sind auf der politischen Agenda immer schon ein Randthema – und das obwohl in den letzten zehn Jahren die Armut der Betroffenen massiv gestiegen ist. Eine Reform ist längst überfällig“, sagt Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes war bereits 2008 Teil des Regierungsprogramms. Seit vielen Jahren setzen sich der Österreichische Frauenring und Alleinerziehenden-Vertreterinnen für gesetzliche Verbesserungen ein – passiert ist bisher nichts. Mit einem garantierten Unterhaltsvorschuss durch den Staat könnte die prekäre Situation der Alleinerziehenden – fast 90 Prozent der Alleinerziehenden in Österreich sind Frauen – und ihrer Kinder rasch verbessert werden. Das Gesetz muss zudem eine Regelung beinhalten, die Unterhaltsvorschüsse bis zum Ende der Ausbildung garantiert, aktuell enden sie mit dem 18. Geburtstag eines Kindes.

„Die Reform muss jetzt rasch beschlossen werden - noch vor der Wahl. Dass Justizminister Brandstetter davon spricht, dass Hunderte Millionen Euro durch den Vorschlag der SPÖ ins Ausland fließen könnten, scheint wieder einmal eine Verzögerungstaktik der ÖVP zu sein“, so Ablinger abschließend.