Aktuelles

Kritische Wissenschaft fördern!

Freitag, 10. März 2017 - 12:30

Stellungnahme zu den geplanten Änderungen des Bachelor- und Mastercurriculums Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Mit großem Befremden haben wir von den geplanten Änderungen im neuen Bachelor-, und Masterstudienplan Publizistik und Kommunikationswissenschaft erfahren, von denen auch das Erweiterungscurriculum „Interdisziplinäre Sozialwissenschaft“ betroffen ist.

Die Curricula-Änderungen sehen nun die Streichung des aufbauenden FEM-Moduls vor – davon ist das Erweiterungscurriculum „Interdisziplinäre Sozialwissenschaft“ gleichermaßen betroffen.
Die geplante Abschaffung der Lehrveranstaltungen „Gruppendynamische Strategien“, „Teamarbeit“ und „interne Organisationskommunikation“ im Masterstudium halten wir für ebenso kritikwürdig.

Gerade in Zeiten, in denen Antifeminismus (wieder) zunehmend salonfähig wird und die Diskriminierung marginalisierter Gesellschaftsgruppen den öffentlichen Diskurs prägt, ist die vorgesehene Streichung von Lehrveranstaltungen mit feministischem Schwerpunkt bedenklich. Die Aufrechterhaltung, Förderung und der Ausbau feministischer Wissenschaft müssen zentrale Anliegen des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sein!

Als Dachorganisation österreichischer Frauenvereine spricht sich der Frauenring deshalb dezidiert gegen die geplanten Curricula-Änderungen im Bereich der feministischen Kommunikationswissenschaft aus. Wir fordern die Curricularkommission dazu auf kommunikations- und medienwissenschaftliche Geschlechterforschung in der bisherigen Vielfalt als fixen Bestandteil der Curricula beizubehalten.

Die gesamte ÖFR-Stellungnahme steht anbei als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

Frauenpolitik muss aufgewertet werden

Montag, 6. März 2017 - 1:30

Frauenring fordert im Zuge der Nachbesetzung von Sabine Oberhausers Agenden ein eigenständiges Frauenministerium

„Wir müssen endlich unsere Sache selbst in die Hand nehmen und wenn notwendig mehr als nur kräftig auf den Tisch hauen.“ - Sabine Oberhauser

„Dieses Vermächtnis der viel zu früh verstorbenen Ministerin und leidenschaftlichen Politikerin Sabine Oberhauser sollte auch die Bundesregierung bei der Nachbesetzung des Amts der verstorbenen Gesundheits- und Frauenministerin leiten“, sagte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die Dachorganisation der österreichischen Frauenorganisationen erneuert im Zuge der notwendig gewordenen Nachbesetzung die Forderung nach Schaffung eines eigenen Frauenministeriums mit besser ausgestatteten Ressourcen. „Frauenpolitik ist Querschnittsmaterie. Nur ein eigenständiges Frauenministerium mit umfassender Koordinierungskompetenz und entsprechenden Budgetmitteln wird dieser Tatsache gerecht“, stellte Ablinger fest. Die Themen der Geschlechtergerechtigkeit müssen endlich wieder ins Zentrum der politischen Agenda rücken.

Es bestehe dringender frauenpolitischer Handlungsbedarf. Das zeige auch der kürzlich veröffentlichte Sozialbericht des Sozialministeriums: Frauen sind wesentlich stärker armutsgefährdet als Männer und am Arbeitsmarkt nach wie vor strukturell benachteiligt. „Der Sozialbericht macht deutlich, wie weit Österreich von einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter entfernt ist. Das muss als Handlungsaufforderung an die Regierung gelesen werden“, sagte Sonja Ablinger. Im Gleichstellungsranking des Weltwirtschaftsforums rutschte Österreich zuletzt um 15 Plätze auf Rang 52 ab.

Zusätzlich verpflichte auch die verfassungsrechtliche Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter und die europarechtliche Festschreibung von Gender Mainstreaming die Bundesregierung, Frauenpolitik als Querschnittsmaterie zu verankern und aufzuwerten. „Wir müssen frauenpolitisch kräftig auf den Tisch hauen – nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern tagtäglich und überall“, zitiert Ablinger die verstorbene Frauenpolitikerin Sabine Oberhauser abschließend.

Der Österreichische Frauenring trauert um Frauenministerin und ehemalige Frauenringvorsitzende Dr.in Sabine Oberhauser

Donnerstag, 23. Februar 2017 - 20:15

Nachruf auf Sabine Oberhauser

Der Tod von Sabine Oberhauser hat uns tief erschüttert. Österreich verliert eine engagierte und mutige Frauenpolitikerin. Dass sie den Kampf gegen den Krebs verloren hat, macht uns sehr betroffen. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie.

Mit Sabine Oberhauser geht eine erfahrene, leidenschaftliche und offene Politikerin von uns. Als sie im Juli des Vorjahres angelobt wurde, stellte sie in ihren ersten Interviews als Frauenministerin so treffend fest: „Politik ist Bohren harter Bretter. Bei Frauenpolitik kommt noch eine Stahlplatte hinzu." - “Frauen müssen lästig sein. Ich habe aber nicht vor, dabei verhärmt und verbiestert zu sein. Ich werde mir mein Lachen und mein freundliches Gesicht nicht verderben lassen.” Als engagierte Feministin und als warmherziger Mensch wird sie vielen in Erinnerung bleiben.

Sabine Oberhauser war von 2004 bis 2006 Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings und führte die Dachorganisation mit viel Elan und Engagement. „Weder Alibiaktionen noch Schönreden hilft den Frauen“, machte sie als Frauenringvorsitzende deutlich und forderte immer wieder konkrete Maßnahmen gegen Frauenarmut und Einkommensbenachteiligung. Sie machte Frauen Mut und war stets überzeugt, dass Frauen aktiv gegen Ungerechtigkeiten ankämpfen müssen:  „Wir müssen endlich unsere Sache selbst in die Hand nehmen und, wenn notwendig, mehr als nur kräftig auf den Tisch hauen. Frauen müssen endlich von der Dienerinnenrolle Abschied nehmen und Selbstbewusstsein zeigen. Nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern tagtäglich und überall."

Sabine Oberhauser wird fehlen als starke Stimme für Frauenrechte, Solidarität, und Menschlichkeit. Wir werden sie als Politikerin, als Feministin, als Freundin sehr vermissen!

Im Namen des Österreichischen Frauenrings

Sonja Ablinger
Vorsitzende

MuslimBanAustria: Mein Körper, mein Recht auf Selbstbestimmung

Samstag, 4. Februar 2017 - 13:30

Demonstration am Platz der Menschenrechte

Anlässlich des aktuell diskutierten Integrationspakets soll nun das partielle Kopftuchverbot beschlossen werden. Die Dokustelle Muslime, das Netzwerk Muslimische Zivilgesellschaft und die Muslimische Jugend Österreich rufen die österreichische Zivilgesellschaft dazu auf, sich zu solidarisieren und Widerstand gegen solch eine "Integrations"-Maßnahme zu leisten.

Bei dieser Demonstration geht es nicht nur um das Kopftuchverbot, sondern um Menschen- und Minderheitenrechte, um Antidiskriminierung, um Gleichberechtigung und vor allem um das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Schließlich würde ein Kopftuchverbot de facto einem Berufsverbot ausschließlich für Frauen, die einer religiösen Minderheit angehören, gleich kommen.

Die Protestkundgebung findet am Samstag, 04. Februar 2017, um 13:30 Uhr am Platz der Menschenrechte (Mariahilferstraße 1, 1060 Wien / U2 Museumsquartier) statt.

Nähere Infos finden sich auf der Facebook-Seite von MuslimBanAustria: Mein Körper, mein Recht auf Selbstbestimmung.

 

Gutes Leben für alle-Kongress

Donnerstag, 9. Februar 2017 - 18:00 bis Samstag, 11. Februar 2017 - 17:00

Gutes Leben für alle braucht eine andere Globalisierung

In der aktuellen Übergangszeit, die von Verunsicherung, Angst und Pessimismus geprägt ist, beschreibt das gute Leben für alle eine Welt, in der das freie Zusammenleben friedlich und solidarisch organisiert wird. Es ist eine Utopie, ein Denkangebot, das Hoffnung gibt und auf Potentiale fokussiert. Aber es ist auch eine konkrete Utopie, ein Kompass, der den utopischen Horizont mit konkreten Umsetzungsschritten verbindet: Was können Menschen hier und jetzt tun, um Freiheit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Demokratisierung zu befördern? Am Gutes Leben für alle Kongress 2017 treten erneut Umwelt- und Sozialbewegte, Wissenschaft und Praxis in den Dialog.

Am Kongress Gutes Leben für alle-Kongress gibt es Podiumsdiskussionen, Workshops, Debatten und Exkursionen. Das vollständige Programm und nähere Infos finden sich auf der Website des Gutes Leben für alle Kongress 2017.

Die (anmeldepflichtigen) Workshops und Exkursionen sind leider schon ausgebucht, es ist aber möglich, dass nicht alle angemeldeten TeilnehmerInnen erscheinen und auch hier am Kongress der eine oder andere Platz frei wird. Alle anderen Veranstaltungsformate am Kongress (Podiumsdiskussionen, Debatten und die Feier) sind nicht teilnahmebeschränkt, eine Teilnahme am Kongress ist also weiterhin möglich - gleich hier anmelden!

Der Kongress findet vom 9.-11. Februar 2017 an der Wirtschaftsuniversität Wien (Welthandelsplatz 1, 1020 Wien) statt! Der Frauenring ist offizielle Kooperationspartnerin des Gute Leben für alle-Kongresses 2017.

One Billion Rising Vienna 2017 – „Superheld*innen gegen Gewalt“

Montag, 30. Januar 2017 - 1:00

14. Februar, ab 17:30 Uhr vor dem Parlament

Gewalt an Frauen* ist eine der häufigsten und schwersten Menschenrechtsverletzungen. Je frauenverachtender und patriarchaler die Gesellschaft und die Herrschaftsverhältnisse sind, desto mehr nimmt Gewalt an Frauen* zu. Die aktuellen Entwicklungen in Russland mit der Senkung des Strafrahmens bei Gewalt innerhalb der Familie zeigen, wie schnell vermeintlich gesicherte Errungenschaften rückgängig gemacht werden können. Seit 2012 ist der 14. Februar daher ein weltweiter, solidarischer Aufruf – One Billion Rising (OBR) – zur gemeinsamen Beendigung der Gewalt an Frauen* und Mädchen*.

Zum fünfjährigen Jubiläum setzt der Verein One Billion Rising Austria auch 2017 wieder ein Zeichen für Solidarität, Unterstützung und Frieden, für alle Frauen*, die auf der Flucht vor jeglicher Form von Gewalt sind, sei es im familiären, beruflichen, politischen oder gesellschaftlichen Umfeld. Nach der Kundgebung vor dem Parlament folgt ein getanzter Demo-Umzug zum „Held*innentor“.

Mit dem diesjährigen Motto „Superheld*innen gegen Gewalt“ sollen besonders Mädchen* und junge Frauen* angesprochen, gestärkt und ermutigt werden, daher werden heuer Schulklassen, Jugendorganisationen und Pädagog*innen zur Mitwirkung angefragt und eingeladen. Zur Vorbereitung auf OBR-Vienna 2017 werden außerdem im Jänner und Februar wieder laufend kostenlose OBRA-Tanzworkshops bei Amnesty International Austria, in der Galerie Werkstatt NUU und im Tanzquartier Wien angeboten.

Die Liste der mitwirkenden Künstler*innen bei OBR Vienna 2017 sowie der Ehrengästinnen ist auf der Website https://1billionrising.at/ einzusehen. 

Moderation: Ulli Weish

Künstlerische Leitung: Aiko Kazuko Kurosaki
 

Rückfragen und Kontakt:

Eva Maria Zenz
Verein OBRA - One Billion Rising Austria
0660-7580027
presse [at] 1billionrising.at
www.1billionrising.at

ZVR: 552291969

 

 

Building Bridges

Donnerstag, 26. Januar 2017 - 14:30

Dokumentation des feministisch-marxistischen Kongresses 2016

Im Oktober 2016 fand in Wien der zweite internationale Feminismus-Marxismus Kongress statt. Der Titel des Kongresses lautete "Brücken bauen – Sichtweisen verschieben – Visionen stärken – Alternativen erkunden".

Die Vorträge und Diskussionen der zweitägigen Konferenz wurden dokumentiert und stehen nun unter folgendem Link online zum Nachsehen bzw. -hören zur Verfügung: https://www.youtube.com/playlist?list=PLE8NFEU2PRpN-mimWcF0RoqsYzK-F_o4-

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In October 2016 the second international Marxism-Feminism conference took place in Vienna- The conference title was "building bridges – shifting and strengthening visions – exploring alternatives".

The presentations and discussions were documentet and can now be listened to/watched via the following link: https://www.youtube.com/playlist?list=PLE8NFEU2PRpN-mimWcF0RoqsYzK-F_o4-

 

Women's March am 21. Jänner in Wien

Dienstag, 17. Januar 2017 - 13:00

Am 21. Jänner wird in Wien ein Solidaritäts-Marsch mit dem “Women’s March on Washington” stattfinden. Der US-amerikanische Protest-Marsch gründete sich als Antwort auf den Wahlkampf Donald Trumps und seiner menschenverachtenden Rhetorik. Am ersten Tag der Präsidentschaft Trumps werden Zehntausende Frauen und Männer friedlich ein feministisches und antirassistisches Zeichen setzen und für all die Gruppen aufstehen, die Trump beleidigt, dämonisiert und bedroht hat.

Die Aktion hat sich zu einer globalen Bewegung entwickelt: 370 Märsche werden am 21. Jänner weltweit stattfinden, in 78 Städten in 38 Ländern außerhalb der USA haben sich Organisationsgruppen formiert. Der Protest geht also weit über die US-Wahl hinaus und tritt für die Verteidigung von Frauenrechten ein, die weltweit von aufstrebenden rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen in Frage gestellt werden.

Der Wiener Marsch wird vom Österreichischen Frauenring, der Plattform 20000frauen, den Grünen Frauen, One Billion Rising Austria, WAVE, der Neuen Linkswende und den Democrats Abroad unterstützt.

 

Treffpunkt:

21. Jänner 2017, 12 Uhr, Karlskirche, 1040 Wien

Feminismus bleibt antirassistisch!

Mittwoch, 4. Januar 2017 - 19:30

Reaktion auf den Kommentar der anderen der Tageszeitung Der Standard vom 3.1.2017

Zahlreiche Frauen haben in und nach der Silvesternacht in Innsbruck sexuelle Übergriffe zur Anzeige gebracht. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist nun wieder Teil der öffentlichen Debatte. Beiträge wie der am 3. Jänner im Standard erschienenen Kommentar von Gernot Schandl halten wir jedoch für absolut nicht zuträglich für diese Debatte.

Personen, die „präventive Maßnahmen gegen alleinreisende männliche Asylwerber“ (Schandl) fordern, medial Raum zu bieten, trägt nicht zur Bekämpfung von Sexismus bei, sondern nährt rassistische Vorurteile. Dass, wie Schandl beschreibt, immer mehr Personen sich verunsichert fühlen, liegt unter anderem auch am zunehmend rassistischen Unterton vieler Medien.

Es ist wichtig, über die Vorfälle in der Silvesternacht in Innsbruck zu reden. Dabei muss aber auch die sexistische Grundstruktur der österreichischen Gesellschaft thematisiert werden! Der Frauenring fordert eine breite Diskussion darüber, wie Frauen von sexualisierter Gewalt betroffen sind – durch Belästigungen im öffentlichen Raum, im sozialen Umfeld, durch Ehemänner oder Partner*innen.

Feminismus und Rassismus sind für den Frauenring unvereinbar. Wir wehren uns daher gegen die Suggestion, dass sexuelle Gewalt ein Phänomen ist, für das vorwiegend männliche Asylsuchende bzw. Migranten verantwortlich zu machen sind. Eine solche Argumentation ist nicht faktenbasiert und nährt rassistische Vorurteile. Die Mitgliedsorganisationen des Frauenrings fordern seit Jahren effektiven Gewaltschutz und setzen sich kontinuierlich für die Wahrung der körperlichen Integrität von Frauen und den Schutz der Selbstbestimmung ein. Die Vorfälle der Silvesternacht zeigen, wie weit wir nach wie vor vom Ziel einer sexismusfreien Gesellschaft sind.

Als Dachorganisation österreichischer Frauenvereine wiederholen wir deshalb unsere Forderungen: Wir brauchen mehr Ressourcen für Präventions- und Täterarbeit, mehr Mittel für die Ausbildung von interkultureller Kompetenz in der Beratungsarbeit, entsprechende Schulungs- und Fortbildungsprogrammen in der Exekutive und in der Justiz. Ein wirksamer Gewaltschutz ist Aufgabe des Staates.

Unsere Forderungen sind nicht neu. Es ist höchste Zeit sie endlich umzusetzen!

Women's March on Washington

Samstag, 21. Januar 2017 - 12:00

Solidaritätskundgebung anlässlich des Women's March on Washington

Am 21. Jänner, dem Tag nach der Angelobung Donald Trumps als US-Präsident, wird in Wien eine Solidaritätsveranstaltung zum Women's March on Washington stattfinden. Es geht darum, ein Zeichen der Solidarität mit US-amerikanischen Frauen* zu setzen und für die Menschenrechte ALLER Personen einzutreten.

Die Aktion findet um 12:00 Uhr am Wiener Karlsplatz statt - nähere Infos finden sich auf der Facebook-Seite zum Women's March on Washington - Vienna!

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